Physiotherapeutenverband physioswiss fordert jährlich 110 Millionen Franken mehr von der Krankenversicherung

Für die Krankenversicherer ist die Forderung von physioswiss nach einer Erhöhung des Taxpunktwertes um über 20% nicht akzeptabel. physioswiss hat das Angebot von tarifsuisse ag zur Verlängerung des Tarifvertrags zu den bisherigen Bedingungen abgelehnt. Ab 1. Juli 2011 tritt damit auf nationaler Ebene ein vertragsloser Zustand ein. Für die Physiotherapie gilt ab diesem Datum der sogenannte „Tiers garant“, der bedeutet, dass die Physiotherapeuten die Rechnungen direkt an den Patienten stellen müssen.

Die Physiotherapieleistungen sind ein Wachstumsmarkt. Das Bruttovolumen der von den Physiotherapeuten zu Lasten der Grundversicherung verrechneten Leistungen stieg von 475 Millionen Franken im Jahr 2006 auf 551 Millionen Franken im Jahr 2010 (+16%). Im gleichen Zeitraum betrug die Steigerung der Konsumentenpreise lediglich 3.4%. Es ist keine Überraschung, dass dieser Markt für Neueinsteiger attraktiv ist: Trotz des von physioswiss als zu niedrig erachteten Taxpunktwertes erhöhte sich die Anzahl abrechnende Physiotherapiepraxen in den letzten Jahren um ca. 15%.

Die von physioswiss geforderte Erhöhung der Entschädigung der Physiotherapeuten steht im Widerspruch zu den Anstrengungen, in der Grundversicherung die Kostenzunahme und damit die Prämienentwicklung zu dämpfen. tarifsuisse ag, welche im Auftrag der ihr angeschlossenen
Krankenversicherer die Tarifverhandlungen führt, weist deshalb die Forderung von physioswiss nach einer Erhöhung des Taxpunktwertes um 20% zurück. Diese Erhöhung würde die Prämienzahler um jährlich 110 Millionen Franken zusätzlich belasten. Gestützt auf die Daten zur Marktsituation – Wachstum in den letzten Jahren bereits um 16% - erachtet tarifsuisse ag das Angebot, den Vertrag zu den bisherigen Konditionen zu verlängern, als fair.

Als Folge der Ablehnung des Verlängerungsangebotes von tarifsuisse ag gilt ab 1. Juli 2011 für die Physiotherapie der Tiers garant. Das heisst, dass die Physiotherapeuten die Rechnungen direkt an den Patienten stellen. tarifsuisse ag hält das Angebot zur Vertragsverlängerung aufrecht.