Preisüberwacher setzt erste Massstäbe bei den Spitaltarifen

Der Preisüberwacher hat erste Empfehlungen für die Tarife 2012 der Universitätsspitäler abgegeben. Er empfiehlt eine Baserate von 9‘484 Franken für das Inselspital und 9‘674 Franken für die Universitätsspitäler Basel und CHUV in Lausanne. Insbesondere stützt der Preisüberwacher auch das Vorgehen der tarifsuisse ag bei der Ermittlung der Kosten für universitäre Lehre und Forschung sowie der Anlagenutzungskosten. Das zeigt, dass der Entscheid von tarifsuisse ag richtig war, den Forderungen der Universitätsspitäler nicht Folge zu leisten.

tarifsuisse ag führte 2012 mit allen Universitätsspitälern Tarifverhandlungen. Das Inselspital forderte eine Baserate von 11‘400 Franken, das Universitätsspital Basel von 10‘700 Franken, das Universitätsspital Zürich 10‘600 Franken, das CHUV von 11`286 Franken und das HUG von 11`345 Franken. Dies hätte Kostensteigerungen für diese fünf Spitäler von insgesamt 20 Prozent zur Folge gehabt. Diese Tarifforderungen zu Lasten der Versicherten sind unakzeptabel. Aus diesem Grund hatte tarifsuisse ag entschieden, keinen Vertrag mit den Universitätsspitälern abzuschliessen, weil das ungerechtfertigte Kostenfolgen für die Versicherten zur Folge gehabt hätte. Der Preisüberwacher bestätigt mit seinen Empfehlungen nicht nur die Tarife sondern auch das Vorgehen von tarifsuisse ag: Er hat die Kosten für universitäre Lehre und Forschung und die jeweiligen, unterschiedlichen Anlagenutzungskosten der Spitäler auf die gleiche Art berechnet wie tarifsuisse ag.

Kantone haben zu hohe Arbeitstarife festgesetzt
Die Empfehlungen des Preisüberwachers zeigen klar, dass die Arbeitstarife, welche die Kantone festgelegt hatten, zu hoch sind. So hatte der Kanton Waadt eine provisorische Baserate von 10`950 Franken, der Kanton Basel Stadt von 10‘700 Franken und der Kanton Bern von 11`425 Franken für Universitätsspitäler festgesetzt. Würden die Kantone den Empfehlungen des Preisüberwachers folgen, könnten im Kanton Bern 47 Millionen, im Kanton Basel Stadt 17 Millionen und im Kanton Waadt 24 Millionen Franken eingespart werden. Das zeigt, dass die Kantone in erster Linie ihre Interessen als Eigentümer dieser Spitäler vertreten und als Schiedsrichter in Tariffragen nicht neutral sind.

tarifsuisse ag setzt sich für die Prämienzahlenden ein
Damit die neue Spitalfinanzierung nicht zu überhöhten Prämienentwicklungen führt, berücksichtigt tarifsuisse ag in den Tarifverhandlungen die Empfehlungen des Preisüberwachers. tarifsuisse ag erwartet von den Kantonen, dass sie diesen Empfehlungen nun im Tarifgenehmigungsprozess ebenfalls folgen werden.