Unrealistische Forderungen von physioswiss würden zu einer Prämiensteigerung von 110 Millionen Franken führen. Deshalb entwickelt tarifsuisse zusammen mit der Vereinigung der unabhängigen Physiotherapeuten einen neuen Physiotherapievertrag.

Der Verband physioswiss führt den Konfrontationskurs gegen die Versicherer weiter und hat flächendeckende Rechtsverfahren zur Durchsetzung seiner Taxpunktwert-Forderungen eingeleitet. Diese würden die Prämienzahler über 110 Millionen Franken pro Jahr kosten. Dagegen haben im vergangenen Jahr fast 20% der Physiotherapie-Praxen mit tarifsuisse einen neuen Tarifvertrag abgeschlossen. Zu dessen Fortsetzung wird derzeit eine ab 2013 gültige Tarifstruktur erarbeitet.

physioswiss beharrt weiterhin auf einer nicht gerechtfertigten Erhöhung der Kosten für die Prämienzahler von 110 Millionen Franken. Eine von physioswiss selber durchgeführte Datenerhebung in Physiotherapiepraxen zeigt die Problematik der Physiotherapeuten deutlich auf: Eine enorme Steigerung der Anzahl Praxen (trotz angeblich zu tiefer Entschädigung) und eine Abnahme der Effizienz. Heute arbeiten nur noch 1.44 Therapeuten pro Praxis – vor 14 Jahren waren es noch 1.85. Der Bundesrat kritisierte schon damals, dass dies zu wenig sei. physioswiss hat nun kostspielige Rechtsverfahren zur Durchsetzung ihrer Forderung eingeleitet, die erst in einigen Jahren abgeschlossen sein werden.

Neuer Tarifvertrag zwischen tarifsuisse ag und der Vereinigung der unabhängigen Physiotherapeuten
tarifsuisse hat deshalb bereits im vergangenen Jahr mit der Vereinigung der unabhängigen Physiotherapeuten (ASPI) einen Neuen Nationalen Physiotherapietarifvertrag ausgearbeitet. Er ist seit dem 1. Juli 2011 in Kraft. Damit können PatientInnen und TherapeutInnen weiterhin vom sogenannten Tiers payant profitieren, d.h. die Rechnung wird direkt dem Krankenversicherer geschickt. In der Zwischenzeit haben sich fast 20% der Physiotherapiepraxen diesem Vertrag angeschlossen und damit ihr Missfallen gegenüber der Verweigerungshaltung von physioswiss bekundet. Zur Erneuerung dieses Vertrags stehen sie nun mit tarifsuisse in Tarifverhandlungen. Ziel ist die Ausarbeitung eines Physiotherapietarifs, von dem alle Beteiligten – PatientInnen, TherapeutInnen und Krankenversicherer – profitieren. Die beteiligten Parteien sind zuversichtlich, dass zu Beginn des nächsten Jahres eine neue Lösung vorliegen wird. tarifsuisse ist sicher, dass dies eine gute, partnerschaftliche Lösung sein wird, die auch im Einklang mit dem Krankenversicherungsgesetz und namentlich mit dem darin enthaltenen Verbot steht, unwirtschaftliche Strukturen zu finanzieren.